Häufig gestellte Fragen zur FOS

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Aufnahmeverfahren
1. Haben Bewerberinnen und Bewerber aus der Region Nachteile gegenüber den Bewerberinnen und Bewerbern des jeweiligen FOS-Standortes?
Nein. Die FOS ist eine Schule für die Region. Alle Bewerberinnen und Bewerber werden gleichbehandelt. Es gibt keine Bevorzugung für die Schülerinnen und Schüler der Realschule plus, an der die FOS errichtet wird.

2. Mit welchem Zeugnis sollte man sich bewerben?
Die Bewerbung erfolgt mit dem Halbjahreszeugnis der 10. Jahrgangsstufe. Auf dieser Grundlage erteilt die Schule vorläufige Zusagen für die vorhandenen FOSSchulplätze.

3. Was ist mit Bewerberinnen und Bewerbern, die bis zur Anmeldefrist noch keinen Praktikumsplatz vorweisen können?
Der Praktikumsplatz muss bis zum 31. Mai vor dem Eintritt in die Fachoberschule nachgewiesen werden. Die Schulen verfügen über Listen mit geeigneten Praktikumsplätzen, die von den Schülerinnen und Schülern genutzt werden können. Ohne den schriftlichen Nachweis eines Praktikumsplatzes kann die Fachoberschule nicht besucht werden.

4. Welche Voraussetzungen brauchen Schülerinnen und Schüler für den Eintritt in die Fachoberschule?

  • Erfolgreicher Abschluss der Klasse 10 (= Mittlerer Sekundarabschluss) mit einem Notendurchschnitt von mindestens 3,0, wobei keines der Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik schlechter als „ausreichend“ bewertet sein darf
  • Vertrag mit einer geeigneten Praktikumseinrichtung bzw. einem geeigneten Praktikumsbetrieb

5. Welche Fachrichtungen bieten die Fachoberschulen an einer Realschule plus?
Die Fachoberschule an der Realschule plus kann mit folgenden Fachrichtungen und Schwerpunkten beantragt werden:

  • Fachrichtung Wirtschaft und Verwaltung
  • Fachrichtung Gesundheit und Soziales, mit Schwerpunkt Gesundheit
  • Fachrichtung Technik, mit zwei alternativen Schwerpunkten (Metalltechnik oder Technische Informatik)

6. Was passiert, wenn ein Praktikumsplatz vorhanden ist, aber der Notendurchschnitt im Jahreszeugnis schlechter als 3,0 ist?
Die Bewerberin bzw. der Bewerber erfüllt damit nicht die FOSAufnahmevoraussetzungen und kann somit nicht an der Fachoberschule aufgenommen werden. Der Bewerber bzw. die Bewerberin sollte in kritischen Fällen alternativ einen Ausbildungsplatz suchen oder sich an einer Berufsbildenden Schule um einen passenden Schulplatz z.B. an einer Höheren Berufsfachschule bemühen.

7. Wann erhalte ich eine endgültige Zusage für einen FOS-Schulplatz?
Erhält die Bewerberin bzw. der Bewerber eine vorläufige Zusage aufgrund ihres Halbjahreszeugnisses, ist die Aufnahme in die Fachoberschule gesichert, sofern die Aufnahmekriterien mit dem Jahreszeugnis erfüllt werden. Die vorläufige Zusage wird von der Schule so früh wie möglich mitgeteilt. Die endgültige Zusage kann erst nach Vorlage des Jahreszeugnisses ausgesprochen werden.

8. Welche alternativen Wege zur Fachhochschulreife gibt es?
a) Angebot der BBS:

Höhere Berufsfachschule (Dauer 2 Jahre) (Assistenten-Abschluss und schulische FH-Reife mit anschließendem Praktikum, i.d.R. noch 4 Monate für praktische FH-Reife)

oder

Berufsoberschule I (Vollzeitunterricht, Dauer 1 Jahr) (Voraussetzung: abgeschlossene Berufsausbildung)

oder

Duale Berufsoberschule (berufsbegleitend, Dauer 2 Jahre) (Voraussetzung: abgeschlossene Berufsausbildung oder duales Berufsausbildungsverhältnis)
b) Schulischer Teil der Fachhochschulreife an Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen

Schülerinnen und Schüler einer gymnasialen Oberstufe können sich unter bestimmten Voraussetzungen den Leistungs- und Notenstand der 12. Jahrgangstufe als schulischen Teil der Fachhochschulreife bescheinigen lassen. Diese Bescheinigung berechtigt nicht zur Aufnahme eines Studiums. Vielmehr muss die oder der Jugendliche nach Beratung durch eine Fachhochschule ein einjähriges Praktikum in der Fachrichtung absolvieren, die dem angestrebten Studiengang entspricht. Die Suche nach dem Praktikumsplatz erfolgt dabei in eigener Verantwortung. Die Fachhochschule entscheidet nach Abschluss des Praktikums und der Vorlage eines Praktikumsberichts über zeitlichen und inhaltlichen Ablauf des Praktikums (einschließlich einer Bescheinigung der Praktikumsstelle), ob die für die Aufnahme des Studiums erforderliche Vorbildung erbracht wurde.

9. Wird der qualifizierte Abschluss der Sekundarstufe I im Auswahlverfahren differenziert je nach Schulart, in der der Abschluss erworben wurde?
Nein. Sollte die Anzahl der Bewerbungen die vorhandenen Schulplätze übersteigen, werden diese in einem festgelegten schulinternen Auswahlverfahren vergeben, bei dem alle Bewerberinnen und Bewerber gleichbehandelt werden. In erster Linie entscheidet dabei der Notendurchschnitt. Besondere Härten wie z.B. Behinderungen werden selbstverständlich berücksichtigt.

10. Wann endet die Anmeldefrist?
Die Anmeldung an Fachoberschulen kann im Zeitraum vom 01.02.-01.03. eines jeden Jahres erfolgen.

11. Warum gilt für gymnasiale Bewerberinnen und Bewerber, die die Versetzung in die gymnasiale Oberstufe geschafft haben, nicht der Notendurchschnitt 3,0 als Aufnahmevoraussetzung?
Mit der Versetzung in die Jahrgangsstufe 11 haben die Schülerinnen und Schüler ihre Qualifikation für den Besuch der gymnasialen Oberstufe bereits nachgewiesen. Damit erfüllen sie auch die Voraussetzungen für den Besuch einer Fachoberschule. Sofern an der Fachoberschule kein Auswahlverfahren nach Notenschnitt erforderlich ist, erhalten diese Bewerberinnen und Bewerber Zugang zur Fachoberschule unabhängig vom Notendurchschnitt. Wenn die Bewerberzahl die vorhandenen FOS-Schulplätze übersteigt, werden sie beim schulischen Auswahlverfahren genauso behandelt wie die übrigen Bewerberinnen und Bewerber. Bei Bewerbungen mit einem Notenschnitt von über 3,0 erscheint eine Aufnahme an die Fachoberschule deshalb nur dann wahrscheinlich, wenn es zu keinem Auswahlverfahren kommt. Die Fachoberschule ist eine Ergänzung (Option) zum bereits vorhandenen Bildungsangebot im Bereich der schulischen Qualifizierungsmöglichkeiten zur Fachhochschulreife. Sollten gymnasiale Bewerberinnen und Bewerber in Einzelfällen wirklich einmal keinen FOS-Schulplatz erhalten, obwohl sie sich rechtzeitig beworben haben, bleibt ihnen immer noch der Verbleib auf dem Gymnasium als Alternative zum Erwerb der (Fach)-Hochschulreife. Auch andere Wege über die berufsbildenden Schulen sind möglich, z.B. höhere Berufsfachschule, Berufliches Gymnasium oder Berufsoberschule I (nach abgeschlossener Berufsausbildung).

12. Können Bewerberinnen und Bewerber, die mit dem Halbjahreszeugnis die Aufnahmekriterien nicht erfüllen, zum Schuljahresende noch einen FOS-Schulplatz erhalten?
Ja. Die Schülerinnen und Schüler, die zum Halbjahr die Voraussetzungen nicht erfüllen, können über ein schulinternes Nachrückverfahren (Warteliste) noch einen Platz erhalten. Dies gilt allerdings nur, wenn sie mit dem Jahreszeugnis die Aufnahmekriterien erfüllen und am jeweiligen Standort noch FOS-Schulplätze verfügbar sind (z.B. durch kurzfristige Absagen).

13. Wie sicher ist die Errichtung einer FOS am jeweiligen Realschule plus – Standort?
Bei der Auswahl der Optionen wurde darauf geachtet, dass Schulen eine Option erhalten, bei denen ein erfolgreicher Start der Fachoberschule wahrscheinlich erscheint. Wenn im Anmeldezeitraum die geforderte Mindestanzahl an Anmeldungen eingeht, wird die FOS auch errichtet.

14. Können sich Schülerinnen und Schüler für einen FOS-Schulplatz bewerben, die über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen?
Nein. In die FOS können nur Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden, die noch keine Berufsausbildung abgeschlossen haben. Diese Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, die Fachhochschulreife an einer Berufsoberschule I zu erwerben.

15. Können Schülerinnen und Schüler nach erfolgreichem Abschluss der 9. Klasse eines G8-Gymnasiums aufgenommen werden?
Ja, da diese Schülerinnen und Schüler die Zugangsberechtigung zur gymnasialen Oberstufe besitzen.

16. Können Bewerberinnen und Bewerber nach der Anmeldung noch die Fachrichtung wechseln?
Ja, wenn z.B. für eine Fachrichtung mehr als 30 Anmeldungen vorliegen und in der anderen Fachrichtung noch freie Plätze vorhanden sind (ist aber nur für die Kombination WuV/G relevant).

Praktikum

17. Gibt es einen Pool mit möglichen Praktikumsplätzen an der Schule?
Ja, jede Realschule plus, an der eine FOS errichtet wird, führt eine eigene Liste mit Praktikumsbetrieben. Sie unterstützt die Bewerberinnen und Bewerber bei ihrer Suche nach geeigneten Praktikumsplätzen.

18. Welche Kriterien sollte ein geeigneter Praktikumsbetrieb erfüllen?
Das Praktikum muss hinsichtlich der besuchten Fachrichtung bzw. des besuchten Schwerpunkts der Fachoberschule einschlägig sein und soll spezifische Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen mit Gegebenheiten und Abläufen betrieblicher Arbeitsprozesse vermitteln. Die inhaltlichen Schwerpunkte (Lernbereiche) des fachrichtungsbezogenen Unterrichts sollen durch die Tätigkeiten im Praktikum weitestgehend abgedeckt werden. Den Bewerberinnen und Bewerbern sollte Lernen in einer betriebspraktischen Umgebung ermöglicht werden. Für ein Praktikum eignen sich besonders Betriebe, die innerhalb der gewählten Fachrichtung die Voraussetzungen zur Durchführung einer bundes- oder landesrechtlich geregelten Berufsausbildung erfüllen.

19. Gibt es eine räumliche Begrenzung bei der Entfernung des Praktikumbetriebes?
Ja, zwar ist grundsätzlich gegen geeignete Praktikumsstellen in benachbarten Landkreisen oder Bundesländern nichts einzuwenden, jedoch sollte die Entfernung zum Schulstandort nicht mehr als 50 km bzw. 1,5 Stunden Fahrt- und Wartezeit betragen.

20. Darf man das Praktikum in mehreren Betrieben absolvieren?
Nein, das Praktikum ist i.d.R. an einer einzigen Praktikumsstelle abzuleisten. Ausnahmefälle müssen durch die Schule geprüft und genehmigt werden.

21. Welche Praktikumsstellen sind speziell für den Schwerpunkt Gesundheit geeignet?
Besonders geeignet sind beispielsweise Praktikumsstellen in Krankenhäusern und anderen großen Pflegeeinrichtungen (z. B. Altenheime, Behindertenheime, Pflegeheime, Pflegedienste).

22. Welche Praktikumsstellen sind speziell für den Schwerpunkt Technische Informatik geeignet?
Besonders geeignet sind ausbildungsberechtigte Praktikumsbetriebe der Arbeitsfelder Informations- und Elektrotechnik, in denen alle wesentlichen Aufgaben wie z.B. Arbeitsplanung, Programmierung, Betrieb und Administration von Netzwerken, Prozessautomatisierung oder Montage und Wartung von Hardwarekomponenten erledigt werden.

23. Können Schülerinnen und Schüler, die die 11. Jahrgangsstufe wiederholen müssen, das Praktikum im gleichen Betrieb erneut absolvieren?
Grundsätzlich ja, wenn das vorherige Praktikum erfolgreich verlaufen ist. Für Schülerinnen und Schüler, bei denen das Praktikum ohne ausreichenden Erfolg absolviert wurde, macht eine Wiederholung des Praktikums im gleichen Betrieb i.d.R. keinen Sinn. In diesen Fällen sollte ein neuer Anlauf in einem neuen Praktikumsbetrieb genommen werden.

24. Sind die Schülerinnen und Schüler während des Praktikums versichert?
Die Schülerinnen und Schüler sind während des Praktikums durch die Unfallkasse Rheinland-Pfalz unfallversichert. Über den Schulträger erfolgt eine Haftpflichtversicherung. Eine Mitgliedschaft in der Arbeitslosen- und Rentenversicherung besteht nicht.

25. Wird das Praktikum vergütet?
Eine Praktikumsvergütung ist grundsätzlich nicht vorgesehen. Wird jedoch eine Vergütung gezahlt, ist die Unfallversicherung nicht mehr über die Unfallkasse Rheinland-Pfalz möglich. In diesem Fall muss die Praktikumsstelle eine Anmeldung bei ihrem zuständigen Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaft) vornehmen.

26. Auf welcher rechtlichen Grundlage basiert das Praktikum?
Zwischen der Schülerin bzw. dem Schüler und der Praktikumsstelle ist ein Praktikumsvertrag nach vorgegebenem Muster abzuschließen. Dieser Vertrag bedarf der Zustimmung der Fachoberschule. Für alle Praktikantinnen bzw. Praktikanten gilt während des Praktikums, unabhängig von ihrem Lebensalter, das Jugendarbeitsschutzgesetz. Dabei sind auch die besonderen Schutzbestimmungen zur Arbeitszeit zu beachten.

27. Welche Pflichten beinhaltet das Praktikum für die Schülerinnen und Schüler?
Über den zeitlichen Verlauf des Praktikums führen die Schülerinnen und Schüler Berichte. Diese sind monatlich vorzulegen. Die Praktikumsstelle prüft und bescheinigt die sachliche Richtigkeit. Die Fachoberschule nimmt die Berichte zur Kenntnis. Innerhalb des fachrichtungsbezogenen Unterrichts fertigen die Schülerinnen und Schüler Fachberichte zu bestimmten inhaltlichen Aspekten des Praktikums an. Die Ergebnisse werden vor der Klasse präsentiert und benotet.

28. Welche Pflichten beinhaltet das Praktikum für die Betriebe?
Die inhaltlichen Schwerpunkte (Lernbereiche) des fachrichtungsbezogenen Unterrichts sollen durch die Tätigkeiten im Praktikumsbetrieb weitestgehend abgedeckt werden. Den Schülerinnen und Schülern sollte Lernen in einer betriebspraktischen Umgebung ermöglicht werden:

  • Erfahrungen mit Gegebenheiten und Abläufen betrieblicher Prozesse und Arbeitsabläufe gewinnen.
  • Moderne Verfahren und Techniken kennenlernen und sich aktiv damit auseinander zu setzen.
  • Die Arbeitswelt sowie Arbeitsfelder und Tätigkeitsbereiche aus eigenem Erleben zu erfahren.
  • Aufbau, Funktion und Sozialstrukturen des Praktikumsbetriebes kennenlernen.

Der Praktikumsbetrieb prüft und bescheinigt die sachliche Richtigkeit der monatlichen Praktikumsberichte der Schülerinnen und Schüler.Der Praktikumsbetrieb stellt den Praktikantinnen bzw. den Praktikanten vier Wochen vor Beginn der Sommerferien ein Praktikumszeugnis aus. Der Name der zuständigen Person, die im Betrieb für die Betreuung der Praktikantinnen und Praktikanten zuständig ist, wird der Fachoberschule mitgeteilt. Über Fehlzeiten ist die Fachoberschule zu informieren. Die Vorschriften des Jugendarbeitsschutzgesetzes sind in Bezug auf die Praktikantinnen und Praktikanten, unabhängig von deren Lebensalter, einzuhalten.

29. Was passiert, wenn ein Praktikum abgebrochen wird?
Grundsätzlich gelten die ersten acht Wochen des Praktikums als Probezeit, in der beide Parteien vom Vertrag zurücktreten können. Sollten also, in Ausnahmefällen, begründete Bedenken hinsichtlich der ordnungsgemäßen Durchführung des Praktikums bestehen, ist ein frühzeitiger Rücktritt innerhalb dieses Zeitraums zu empfehlen. Im Anschluss wird die Schule (FOSKoordinatorin, bzw. FOS-Koordinator) betroffene Praktikantinnen oder Praktikanten dabei unterstützen, schnellstmöglich eine neue Praktikumsstelle zu finden. Für den Fall, dass Praktikantinnen oder Praktikanten durch verhaltensbedingte Probleme eine Praktikumsstelle verlieren und im Anschluss durch ihre Verhaltensdefizite nicht mehr vermittelt werden können, kann das Klassenziel der 11. Jahrgangsstufe der Fachoberschule nicht mehr erreicht werden. Da somit eine Versetzung in die 12. Jahrgangsstufe ausgeschlossen ist, müssen die Schülerinnen und Schüler die Fachoberschule verlassen.

30. Wer legt die Note für das Betriebspraktikum (Kernfach Fachpraxis 11. Klasse) fest?
Der Betrieb entscheidet, ob die Leistung des Praktikanten mindestens ausreichend war. (Das Praktikum wurde mit Erfolg/ohne Erfolg abgeschlossen.)

31. Wie lange dauert das Praktikum?
Das Praktikum beginnt i.d.R. am 01. August eines Jahres und endet am 31. Juli des Folgejahres. In dieser Zeit steht den Praktikantinnen, bzw. den Praktikanten sechs Wochen Jahresurlaub zu. Da das Praktikum nur an drei Tagen pro Woche stattfindet, entspricht dies 18 Urlaubstagen.

32. An welchen Wochentagen findet das Praktikum statt?
Die Tage, an denen das Praktikum stattfindet, legt die Schule im Benehmen mit den Praktikumsbetrieben fest. Die Arbeitstage werden zusammenhängend eingerichtet (z.B. Mo, Di, Mi oder Mi, Do, Fr oder Di, Mi, Do). An den zwei Schultagen kann kein Praktikum stattfinden. Sofern im Einzelfall Praktikumstage auch am Wochenende vorgesehen sind, müssen die Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes beachtet werden.

33. Wie hoch ist die wöchentliche Arbeitszeit der Praktikanten/-innen?
Die wöchentliche Arbeitszeit sollte 21 Stunden nicht unterschreiten und darf aufgrund der Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes 24 Stunden nicht überschreiten (Arbeitszeit maximal 8 Stunden pro Tag).

34. Wer ist in der Schule für die Praktikumsbetreuung zuständig?
Die FOS-Koordinatorin bzw. der FOS-Koordinator ist der schulische Ansprechpartner für die Betriebe und Schülerinnen und Schüler. Sie oder er vermittelt auch bei Problemen oder wichtigen Fragen zwischen den Betrieben und Praktikantinnen und Praktikanten.

35. Wie ist die Urlaubsregelung in der 11. Klasse zu verstehen?
Während des Praktikums besteht Anspruch auf sechs Wochen Jahresurlaub (also 18 Arbeitstage), der vorzugsweise während der Schulferien zu nehmen ist.

Unterrichtskonzeption

36. Warum ist der schulische Lernstoff in der 11. und 12. Jahrgangsstufe so ungleichmäßig verteilt?
Um das Bildungsziel berufliche Handlungskompetenz zu erreichen müssen die Schülerinnen und Schüler in der Lage sein, komplexe berufliche Situationen zu erfassen, zu bewerten und zu bewältigen. Dazu wird durch die Fachpraxis (das Praktikum) in der 11. Jahrgangsstufe eine berufsorientierte Basis gelegt, auf der die fachrichtungsbezogenen Inhalte der einzelnen Lernbereiche in der 12. Jahrgangsstufe aufbauen. Die ungleiche Verteilung findet sich auch in der Zahl der Schultage pro Woche wieder: In der 11. Jahrgangsstufe findet nur an zwei Tagen pro Woche Unterricht in der Fachoberschule statt (und drei Tage Praktikum), in der 12. Jahrgangsstufe erfolgt der Unterricht an 5 Tagen pro Woche. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich dort im Rahmen eines kompetenzorientierten Unterrichts mit möglichst realen Lernsituationen selbstgesteuert und aktiv auseinandersetzen. Dafür sind erste persönliche berufspraktische Erfahrungen und Einblicke in betriebliche Abläufe und Prozesse unbedingt notwendig.

37. Können Schülerinnen und Schüler den Abschluss der FOS erwerben, wenn sie noch keine Kenntnisse in einer zweiten Fremdsprache besitzen?
Ja. Für den Erwerb der Fachhochschulreife sind Kenntnisse in einer zweiten Fremdsprache nicht erforderlich.

38. Können Schülerinnen und Schüler die allgemeine Hochschulreife erwerben, wenn sie bisher noch keine Kenntnisse in einer zweiten Fremdsprache besitzen?
Ja. Schülerinnen und Schüler, die sich die Möglichkeit offen halten wollen, nach erfolgreichem Abschluss der Fachoberschule über die Berufsoberschule II die allgemeine Hochschulreife zu erwerben, sollten am zusatzqualifizierenden Unterricht der zweiten Fremdsprache teilnehmen. Gemeinsam reicht die Stundenanzahl in der Fachoberschule und der Berufsoberschule II aus, um die erforderlichen Kenntnisse in der 2. Fremdsprache zu erfüllen. Das Angebot an zusatzqualifizierendem Unterricht einer zweiten Fremdsprache ist abhängig von der Größe der Lerngruppe und dem Lehrkräfteangebot am jeweiligen FOS-Standort.

39. Können Schülerinnen und Schüler, die bereits über die Qualifikation einer zweiten Fremdsprache verfügen, trotzdem am zusatzqualifizierenden Unterricht der zweiten Fremdsprache teilnehmen, um ihre Kenntnisse aufzufrischen?
Grundsätzlich ja, allerdings ist das Angebot eines Fortgeschrittenen-Kurses abhängig von der Größe der betroffenen Lerngruppe und dem Lehrerangebot am jeweiligen FOS-Standort.

40. Warum findet in der Fachrichtung Gesundheit kein Unterricht im Bereich Standardsoftware statt?
Bei dieser Fachrichtung ist der berufsbezogene Einsatz von Standardsoftware kein eigenständiger Lernbereich, sondern sinnvoll in die einzelnen Lernbereiche zu integrieren.

Schülerbeförderung / Förderung

41. Wer übernimmt die Fahrtkosten für die Anreise der Schülerinnen und Schüler zur Praktikumsstelle?
Der Schulträger des jeweiligen FOS-Standortes übernimmt die Kosten der Schülerbeförderung. Es gelten die gleichen Regelungen wie für alle Schülerinnen und Schüler, die ein vollzeitschulisches Angebot der Sekundarstufe II besuchen (§ 69 Abs. 8 SchulG). Danach obliegt es den Landkreisen und kreisfreien Städten für die Beförderung dieser Schülerinnen und Schüler zu sorgen, wenn diese ihren Wohnsitz in Rheinland-Pfalz haben und ihnen der Schulweg ohne Benutzung eines Verkehrsmittels nicht zumutbar ist – in der Regel ab einer Länge von mehr als 4 km. Darüber hinaus darf eine bestimmte Einkommensgrenze nicht überschritten werden. Für die Schülerinnen und Schüler der Fachoberschulen an der Realschule plus werden die Fahrtkosten zur nächstgelegenen Fachoberschule der gewählten Fachrichtung übernommen. Die Schülerbeförderung für das in der ersten Jahrgangsstufe an drei Tagen in der Woche abzuleistende Praktikum in Betrieben oder gleichwertigen Einrichtungen ist in § 69 SchulG geregelt. Diese Regelung gilt auch, wenn sich die Praktikumsstelle in einem anderen Landkreis oder einer (anderen) kreisfreien Stadt befindet.

42. Wird die FOS-Schulzeit auf die Rentenversicherung angerechnet?
Nein, da eine Mitgliedschaft in der Arbeitslosen- oder Rentenversicherung nicht besteht.

43. Besteht für Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule die Möglichkeit Schüler-BAFÖG zu beantragen?
Ja, ein Antrag auf Schüler-BAFÖG ist grundsätzlich möglich. Eine Förderung ist allerdings nur möglich, wenn die Schülerin oder der Schüler nicht mehr bei den Eltern wohnt. Nähere Informationen unter: www.bafoegaktuell.de/cms/bafoeg/schueler-bafoeg.html

Versetzung / Abschlussprüfung

44. Welche Voraussetzungen gelten für die Versetzung von der 11. in die 12. Jahrgangsstufe?
Der Übergang in die Klassenstufe 12 erfolgt durch Versetzung. Diese ist nur möglich, wenn das gelenkte Praktikum in Klasse 11 erfolgreich absolviert wurde. Ansonsten gelten die üblichen Versetzungsvoraussetzungen gemäß § 49 der Schulordnung für die öffentlichen berufsbildenden Schulen.

45. Kann die 11. Jahrgangsstufe wiederholt werden?
Ja, die 11. Jahrgangsstufe kann einmal wiederholt werden.

46. Welche Leistungen müssen im Rahmen der Abschlussprüfung erbracht werden?

  • Die FOS schließt mit einer Prüfung zur Erlangung der Fachhochschulreife ab.
  • Die schriftliche Prüfung in der Fachoberschule besteht aus drei oder vier Aufsichtsarbeiten: je einer in den Fächern Deutsch/Kommunikation, erste Fremdsprache, Mathematik sowie dem fachlichen Schwerpunkt. Die Aufsichtsarbeit im fachlichen Schwerpunkt entfällt, sofern eine Facharbeit angefertigt wird.
  • Die mündliche Prüfung kann sich auf alle Fächer der Stundentafel, mit Ausnahme der Fächer Sport und Fachpraxis, erstrecken.
  • Anstelle der schriftlichen Prüfung im fachlichen Schwerpunkt kann auch eine Facharbeit angefertigt werden. Die Schule legt eine einheitliche Prüfungsform für alle fest.
  • Die Ergebnisse der Facharbeit sind zu präsentieren und werden in einem Kolloquium hinterfragt.

Perspektiven mit FOS-Abschluss

47. Wie verhalte ich mich als Schülerin oder Schüler, wenn ich unsicher bin, welche FOS-Fachrichtung am besten zu mir passt?
Sollte die Bewerberin bzw. der Bewerber noch unsicher bei der Wahl der Fachrichtung sein, können ein Beratungsgespräch in der Schule (Klassenleiterin/Klassenleiter, FOS-Koordinator/Koordinatorin) und Erfahrungen aus zurückliegenden Praktika bei der Entscheidung helfen. Wichtiger Hinweis: Die Wahl der FOS-Fachrichtung ist für den weiteren Ausbildungsverlauf nicht endgültig ausschlaggebend, da an der Fachoberschule die allgemeine Fachhochschulreife (ohne Bezug auf die Fachrichtung!) erworben wird.

48. Kann die Dauer einer dualen Berufsausbildung Im Anschluss an die Fachoberschule verkürzt werden?
Der FOS-Abschluss kann auf die duale Berufsausbildungsdauer angerechnet werden, wenn die Leistungen dies ermöglichen und der Ausbildungsbetrieb zustimmt.

49. Erfüllen Schülerinnen und Schüler mit dem FOS-Abschluss der Fachrichtung Gesundheit die Aufnahmevoraussetzungen der Fachschule Sozialwesen?
Ja. Die Aufnahmevoraussetzung ist die Fachhochschulreife, diese haben alle erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen der Fachoberschulen, unabhängig von der gewählten Fachrichtung. Allerdings ist nach dem FOS-Abschluss noch ein viermonatiges einschlägiges Praktikum (mit sozialpädagogischem Schwerpunkt) zu leisten. Der direktere Weg (ohne zusätzliches Praktikum) zur Fachschule für Sozialwesen wäre der Abschluss einer höheren Berufsfachschule mit der Fachrichtung Sozialassistenz.

50. Wird die Schulform Fachoberschule speziell in Rheinland-Pfalz angeboten?
Nein, die Fachoberschule gibt es seit vielen Jahren in zahlreichen anderen Bundesländern (z.B. Bayern, Hessen, Saarland oder Nordrhein-Westfalen) mit positiven Erfahrungswerten und guten Anmeldezahlen. Link zur FOS in Bayern: http://www.bfbn.de/bayernweite-angebote/berufliche-oberschule/fachoberschule/

51. Welche Möglichkeiten bieten sich den Schülerinnen und Schülern nach dem FOS-Abschluss?
Mit dem erfolgreichen Abschluss einer Fachoberschule erwerben die Schülerinnen und Schüler die allgemeine Fachhochschulreife, die bundesweite Anerkennung besitzt.


Sie eröffnet folgende Optionen:

  • Übergang in die duale Berufsausbildung
  • Studium an einer Fachhochschule
  • Möglichkeit des Erwerbs der fachgebundenen Hochschulreife an einer Berufsoberschule II (ohne Kenntnisse in einer 2. Fremdsprache)
  • Möglichkeit des Erwerbs der allgemeinen Hochschulreife an einer Berufsoberschule II (mit Kenntnissen in einer 2. Fremdsprache)

52. Kann man mit dem erfolgreichen FOS-Abschluss alle Fachrichtungen an Fachhochschulen studieren?
Ja, da es sich beim FOS-Abschluss um eine allgemeine Fachhochschulreife handelt. Allerdings kann es sein, dass, je nach Fachrichtung und Fachhochschule, vor Antritt des Studiums ein einschlägiges Praktikum innerhalb der angestrebten Fachrichtung verlangt wird, wenn dieses noch nicht geleistet wurde.