Die 11. Klassen der Fachoberschule Schifferstadt absolvierten in den letzten Wochen vor den Sommerferien (16.07 und 23.07.2015) das von Frau Görtz und Herrn Sole organisierte Assessment-Center-Training. Dabei bekamen die Schüler einen Einblick auf spätere Auswahlverfahren, wenn sie sich bei großen Unternehmen bewerben.

Das Assessment-Center ist ein Personalauswahlverfahren, in dem die Bewerber vor mehrere Probleme gestellt werden und der Umgang mit diesen bewertet wird.

Los ging es mit der Selbstpräsentation „Bevor der Finger brennt“, die darin bestand, sich mittels eines angezündeten Streichholzes kurz und prägnant vorzustellen. Schwierig erwies sich diese Methode vor allem deshalb, da man aufgrund des brennenden Streichholzes unter Umständen vergaß, den Blickkontakt zum Publikum zu halten.

Eine weitere Aufgabe war es, in der Gruppe aus 4-5 Schülern einen Turm innerhalb von 20 Minuten mit dem gegebenen Material zu bauen. Dabei wurde beurteilt, wie die Gruppe sich intern organisierte und wer die leitende Rolle bei der Planung, aber auch bei der Durchführung einnahm.

Spannend wurde es, als wir in Kleingruppen eine Diskussion zum Thema „Ist ein weiteres Hilfspaket für Griechenland sinnvoll?“ durchführen mussten. Während unsere Sachkompetenz gefragt war, schlüpften auch bei dieser Übung Schüler in die Rolle des Beobachters und notierten sich Kriterien wie Ausdruck, Körpersprache, Kommunikation, Gestik und Mimik.

Welche Fragen in einem Bewerbungsgespräch gestellt werden dürfen und wie man auf unangenehme Fragen kompetent antwortet, wurde nicht nur an Beispielen besprochen, sondern auch in Bewerbungssimulationen geübt.

Ein Klassiker durfte natürlich nicht fehlen: Die Postkorbübung. Dabei erhält der Bewerber einen „Postkorb“ mit 10 bis 20 Dokumenten, die innerhalb einer vorgegebenen, knappen Zeitspanne abzuarbeiten sind. Die zu lösenden Probleme sind vielfältig und nicht ausschließlich beruflicher Natur. Jedes Schriftstück hat dabei bestimmte Rahmenbedingungen, die es zu berücksichtigen gilt, zum Beispiel einen festen Abgabetermin. Teilweise können sich diese Rahmenbedingungen auch überschneiden, so dass man gezwungen ist, Prioritäten zu setzen.

Nachdem wir bei der Postkorbübung unser Organisationstalent auf die Probe stellen konnten, diskutierten wir darüber, welche Themen sich für einen Small-Talk eignen könnten. Denn vor allem während des Assessment-Centers, das sich in der Regel über mehrere Tage erstreckt, kommt man in Situationen, wie beispielsweise beim Essen oder in einem Aufzug mit anderen Personen, in denen die Sprichwort „Schweigen ist Gold“ kein guter Ratgeber ist.

Schließlich endete das Assessment-Center mit einer Rede zum Thema „Die größte Erfindung der Menschheit“. Für diese Rede sollten wir uns einen beliebigen Gegenstand im Klassensaal suchen und innerhalb von fünf Minuten eine Laudatio nach einem vorgegebenen Aufbau halten. Auch wenn diese Übung auf den ersten Blick einfach erscheint, bedarf es wohlüberlegter Argumente, warum gerade der Schwamm die „größte Erfindung der Menschheit“ ist.

Alles in allem war es eine gelungene Veranstaltung, die uns einen groben Einblick in das Auswahlverfahren gegeben hat, vor dem man keine Angst haben, jedoch vorbereitet sein sollte.